Donnerstag, 20. Dezember 2012

Some story just before the world ends 21st December '12


Ich kam hierher über den Blog eines Facebook- Freundes. Plötzlich musste ich an "I Love College" denken, einen alten Blog von mir. Wie sehr hatte ich doch angenommen: "Das von vor ein/zwei Jahren, das bist nicht mehr du!". Doch ich hatte Unrecht. Ich erkenne mich wieder, in jedem dieser Worte. Ich sehe mich, ich sehe es jetzt so klar, sehe wer ich bin, meine Probleme, meine Hemmungen, die Zweifel und Gedanken die in die falsche Richtung verlaufen und genau deswegen beschloss ich wieder zu schreiben.

Heute kenne ich mich - noch nicht ganz, aber ich kenne mich. Damals kannte ich mich nicht, wusste nicht wer ich war, was mich genau ausmachte, was es war, das mir so im Weg stand.

Es ist viel geschehen, logisch in einer Spanne von ca. einem Jahr. Ich bin gereift, bin gefallen, wieder aufgestanden, und immernoch auf keinem sicheren Weg aber ich denke ich bin auf einem Weg dorthin. Eine bestimmte Serie, "Girls" heißt sie, hat es mir angetan. Die vier Protagonistinnen sind etwas älter als ich und haben alle ein ähnliches Problem - sie fühlen sich ziellos. In der bisher einzigen, der ersten Staffel werden die möglichen Schwierigkeiten mit denen man in den Zwanzigern zu kämpfen haben kann aufgegriffen. Es ist die erste Serie mit der ich mich ernsthaft identifizieren kann. Authentisch, anders und realistisch - so würde ich sie beschreiben, hätte ich drei Adjektive zur Verfügung. Lena Dunham, Drehbuchautorin und Hauptrolle schreibt und spielt aus eigener Lebenserfahrung, ein weiterer Indikator für die Echtheit dieser Sendung. Ein Charakter hat mich dabei besonders begeistert. Sie heißt Jessa, ist ca. 25 und hat keine wirkliche Vorstellung davon, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie ist unorganisiert, stets auf der Suche nach dem Kick, doch scheint dieser Kick im Endeffekt nie genug zu sein, denn sie sucht immer weiter. Sie hatte zahlreiche Freunde/Romanzen usw.. Alles in allem hinterlässt Jessa bei mir einen unzufriedenen Eindruck und erweckt den Anschein, als hätte sie ihren richtigen Platz noch nicht gefunden. Ich mag diese Figur nicht wegen ihrer dargestellten "Coolness" oder "Lockerheit", sondern wegen ihrer scheinbaren Probleme. Der Grund weshalb ich überhaupt zu "Girls" übergeleitet habe ist, dass ich mich selbst darin wiedererkenne. Zum Beispiel in Jessa, dieser "herumirrenden" Person, die sich selbst noch nicht ganz entdeckt hat, die sich selbst daran hindert das zu werden, was sie werden sollte.

Vielen von euch da draußen geht es wahrscheinlich ähnlich - man ist mit der Schule fertig, steckt im Studium oder ist gerade frisch durch und fühlt sich ziellos, planlos, machtlos, möchte eigentlich gar nicht richtig erwachsen werden. Klar gibt es die Menschen, die einen konkreten Plan haben, die sich ehrgeizig an die Spitze kämpfen und alles erledigen und erreichen was sie sich vornehmen. Ich gehe allerdings auf die andere Seite ein, auch weil viele von euch sich sicherlich damit identifizieren können.

Es ist maßgeblich sich gerade nicht von diesen zielstrebigen, vorausplanenden und erfolgreichen Menschen abschrecken zu lassen oder schlechter noch, sie sich zum Vorbild zu machen. Klar: es ist nötig sich Ziele zu setzen, ambitioniert zu sein und sich selbst zu motivieren, aber das funktioniert nun einmal nicht, wie bei diesen zielstrebigen Personen, wenn man wie oben beschrieben tickt. Viel wichtiger ist es zu akzeptieren, (!Akzeptanz im Allgemeinen ist etwas sehr Ausschlaggebendes!) dass man nun einmal nicht Elitemensch Nummer eins ist und das ist auch okay! Die wenigsten gehören zu dieser Gruppe von Leuten. Man sollte verstehen, dass man dort nicht einfach, wahrscheinlich sowieso nie, einsteigen wird, es sei denn man stoppt das Prokrastinieren für immer. Falls nicht ist es erforderlich die Wahrheit hinzunehmen und nun darauf abgeschnitten anzufangen an sich zu arbeiten. Was ich damit sagen will ist: Nehmen wir an du bist ein totaler Prokrastinierer, so wie ich es bin, jemand, der das Lernen IMMER aufschiebt. Ist das der Fall, so hat es wenig Sinn dir deinen besten Kumpel zum Vorbild zu nehmen, der jeden Tag acht Stunden in der Bib sitzt und lernt. Es ergibt auch wenig Sinn zu sagen: Ich möchte einen einser Schnitt. Dies wird nicht passieren, wenn du Prokrastinierer bist. Der Schlüssel ist sich "Ich höre auf mit dem Prokrastinieren" als Ziel zu setzen. Schwer! Ich weiß, aber helfen tut's! Es ist von ungemein großem Belangen seine Erwartungen an sich herunterzuschrauben. Was ist schlimm an einem zweier oder an einem dreier Schnitt? Perfektionismus verdirbt uns, es gibt Leute die können ihm dienen, ihn mit Leistung, Erfolg, Geld, Liebe füttern, aber die meisten schaffen es eben nicht. Durchschnitt zu sein ist keine Schande - Durchschnitt sein ist normal. Man muss nur hinnehmen normal zu sein, normal ist wer er selbst ist.

Ich möchte eigentlich eher nicht "auf Ratgeber machen" aber werde euch abschließend dennoch ein paar Schlüsselwörter mit auf den Weg geben, die mir am besten helfen und schon geholfen haben unter anderem beim Prokrastinationsproblem:

1. Akzeptanz (Du bist wer du bist und das kannst du nicht ändern, beziehungsweise nur sehr bedingt. Versuche das Beste aus dir herauszuholen und konzentriere dich öfter auf deine Stärken als auf deine Schwächen)

2. Schraube die Erwartungen an dich selbst herunter, sei realistischer in deinen Bestrebungen/Erwartungen und nimm den Druck raus (Prokrastinierer- Beispiel: Du bist schlau und intelligent, aber sei realistisch und verstehe dass du als Lernaufschieber keine Glanzklausuren schreiben wirst, sage dir: okay, eine Zwei oder Drei tut es auch, ich werde in kleinen Schritten daraufhinarbeiten.) -> So wirst du nicht mehr so oft von dir selbst enttäuscht.

3. Plane, strukturiere mehr was du tust: Lernpläne zum Beispiel helfen einfach.

4. Belohne dich selbst! Du bist wertvoll, du bist toll auf deine Art und Weise, du hast es auch mal verdient dir etwas zu gönnen, außer tagtäglichen Druck!

5. Stoppe innere Dialoge in denen du die Situation oder dich selbst schlechtredest gezielt. Diese Dialoge und Vorwürfe kosten unheimlich viel Energie.

6. Höre generell auf nach der 100%igen Wahrheit oder dem 100%igen richtigen Weg zu suchen. Es gibt ihn/sie nicht. Niemand kann dir eine 100%ig richtige Antwort oder den 100%ig richtigen Ratschlag geben, wir sind in unseren Entscheidungen stets subjektiv, auch wenn wir jemandem helfen wollen. Oft wissen andere Menschen gar nicht, was ihre Worte bei anderen bewirken können, von daher versuche die Worte deiner Mitmenschen nicht immer auf die goldene Waage zu legen.

Ich könnte jetzt noch mehr aufschreiben, denke aber dass man solche Tipps häufig auch bei Google findet. Diese sechs Punkte basieren auf meiner Erfahrung, die ich während des letzten Monats "Umbruch" machen durfte und auf die ich sehr stolz bin. Hätte ich diese Stichpunkte vor ein bis zwei Monaten gelesen hätten sie mir wahrscheinlich herzlich wenig gebracht. Meistens waren es bestimmte "Aha- Momente" die mir geholfen haben Fakten dieser Art einzusehen und nachzuvollziehen.

Mit diesen Worten geleite ich euch in eine gute Nacht.
Schlaft gut :)